Bornavirusinfektion

Die Bornavirusinfektion führt bei zahlreichen Säugetieren (Pferde, Katzen, …), Vögeln und auch beim Menschen zu verschiedenartigen Krankheitserscheinungen. Mit der Entwicklung neuer Virusnachweismethoden durch Frau PD Dr. Liv Bode am Robert-Koch-Institut ist es uns in gemeinsamen Untersuchungen an Kindern und Erwachsenen gelungen, genauere Vorstellungen von der Häufigkeit und den alterstypischen Krankheitssymptomen zu gewinnen. Während bei Kindern Ess- und Schluckstörungen und im späteren Alter Gang- und Konzentrationsstörungen zu beobachten waren, klagen erwachsene Patienten oft über psychische Beschwerden, meist Depressionen. Das Bornavirus wird sehr häufig im frühen Kindesalter erstmals nachgewiesen und dann vom normalen Immunsystem unterdrückt. Die allermeisten Kinder bleiben daher symptomfrei. Ähnlich wie das Windpockenvirus verbleibt das Bornavirus aber in Nervenzellen und kann reaktiviert werden. Dann kann man mit den modernen Testverfahren die Virusvermehrung nachweisen. Sollte die Virusreplikation nicht vom Immunsystem unterdrückt werden, kann es bei chronischem Verlauf zu den erwähnten Krankheitserscheinungen kommen. Sind andere Erkrankungen ausgeschlossen worden und ist der Leidensdruck sehr hoch, kann bei anhaltender Virusaktivität eine Therapie angeraten sein, die die Virusvermehrung unterbindet.

Aufgrund des aktuell starken, allgemeinen Interesses stelle ich auf Anfrage wissenschaftliche Literatur zur Bornavirusinfektion zur Verfügung. Schreiben Sie dazu eine Email mit folgendem Betreff: “Erbitte Bornavirusliteratur zum persönlichen, nichtkommerziellen Gebrauch”.

Nachdem lange Zeit vom Robert-Koch-Institut die Humanpathogenität des Bornavirus in Zweifel gezogen wurde, bestätigt es nun (27.03.2018) drei Todesfälle von deutschen Patienten nach einer Bornavirusinfektion. Lange schon war bekannt, dass das Bornavirus auch Menschen befällt. Bereits 1998 hatten Berliner Forscher Virusproteine und Antikörper im Hirnwasser von Patienten nachgewiesen. Die maßgeblichen Forschungen wurden damals am RKI von Frau Dr. Bode und an der FU Berlin von Prof. Hanns Ludwig durchgeführt. Frau Dr. Bode hat 2007 den Whistleblower-Preis des Verbandes Deutscher Wissenschaftler für ihren mutigen Einsatz zum Erhalt der Bornavirus-Forschung am RKI erhalten. Ihre Forschungsgruppe wurde dennoch geschlossen.

Nun hat die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler die Leitungen des Robert-Koch-Instituts und der Gesellschaft für Virologie zu einer öffentlichen Stellungnahme aufgefordert, da der Leitung des Robert-Koch-Institutes bereits vor mehr als 11 Jahren bekannt war, dass erhebliche Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung bestehen, wenn bei Gewebespenden Bornavirus-Untersuchungen der Spender unterlassen werden.

Eine Bornavirusinfektion kann schwere (und leichte) Hirnentzündungen beim Menschen auslösen – das war den Forschern auf diesem Gebiet schon lange bekannt, wurde jetzt aber im Licht der Erfahrungen mit der Infektion bei Organspendern sozusagen neu entdeckt. (Publikation einer Arbeitsgruppe aus Erlangen im New England Journal of Medicine – die international führende Arbeitsgruppe am Robert-Koch-Institut war gegen den Widerstand der Forscher (Frau PD Dr. Liv Bode) vor Jahren von der Institutsleitung geschlossen worden, danach wurde regelmäßig die Brisanz der Infektion geleugnet)

Lokalisationen des Bornavirus

Der Hippocampus des menschlichen Gehirns ist wegen seiner Ähnlichkeit nach dem Seepferdchen (lat. Hippocampus) benannt. Die Amygdala, der Mandelkern, ist Sitz von Emotionen und Motivation:

HippocampusBildquelle: modifiziert nach Prof. Seress in http://en.wikipedia.org/wiki/Hippocampus

Die folgende Abbildung zeigt die Lage des Hippocampus und der Amygdala im Gehirn. Hier manifestiert sich oft die Bornavirusinfektion:

Hippocampus Bildquelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Hippocampus

Das Kleinhirn (rot), verantwortlich für die Bewegungskoordination und die Körperbalance, ist eine weitere Lokalisation der Bornavirusinfektion:

Cerebellum_animation_small Bildquelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Cerebellum

Literatur

Zum Download

Weiterführende Literatur