{"id":9141,"date":"2025-02-21T16:29:23","date_gmt":"2025-02-21T15:29:23","guid":{"rendered":"https:\/\/scholbach.de\/?page_id=9141"},"modified":"2025-02-23T13:33:40","modified_gmt":"2025-02-23T12:33:40","slug":"pots-postural-tachcardia-herzrasen-im-stehen-infolge-kompression-der-vena-cava-durch-das-zwerchfell","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/scholbach.de\/de\/pots-postural-tachcardia-herzrasen-im-stehen-infolge-kompression-der-vena-cava-durch-das-zwerchfell","title":{"rendered":"POTS (Postural tachcardia &#8211; Herzrasen im Stehen) infolge haltungsabh\u00e4ngiger Kompression der Vena cava durch das Zwerchfell"},"content":{"rendered":"<p>Die zum Zeitpunkt der Untersuchung 25 Jahre alte Patientin mit deutlichen Zeichen \u00fcberdehnbaren Bindegewebes (Beighton-Score 8\/9) erkrankte vor 6 Jahren mit Bauchschmerzen und Gewichtsverlust und entwickelte seit 4 Jahren eine sie sehr einschr\u00e4nkende Kreislaufdysregulation mit Tachykardie im Stehen, die sich beim Vorn\u00fcberbeugen und im Hinlegen besserte.<\/p>\n<p>Eine umfangreiche kardiologische Diagnostik erbrachte keine Ursache der Tachykardie. Die Patientin wurde 2 x\u00a0ergebnislos mit Ablation von vermuteten Reizbildungszentren im Vorhof unter der Diagnose\u00a0einer fast-slow-<a href=\"https:\/\/flexikon.doccheck.com\/de\/AV-Knoten-Reentrytachykardie#:~:text=Als%20AV%2DKnoten%2DReentrytachykardie%2C,supraventrikul%C3%A4re%20Tachykardien%20(PSVT)%20zusammengefasst.\">AVNRT<\/a> und einer ektopen atrialen Tachykardie invasiv behandelt. Die medikament\u00f6se Therapie mit Betablockern wurde von der Patientin nicht ertragen. Das ist verst\u00e4ndlich, wenn man den weiter unten geschilderten Mechanismus ihrer Erkrankung in Betracht zieht und die Tatsache, dass die kompensatorische Herzfrequenzsteigerung zum Ausgleich des orthostatischen ven\u00f6sen Poolings mit Betablockern unterdr\u00fcckt wird. Unter Ivabradin trat allenfalls eine geringgradige Linderung ihrer Symptome ein.<\/p>\n<p>Die Patientin ist trotz dieser Behandlung schwer beeintr\u00e4chtigt und kann ihr Studium nicht fortsetzen. Sie hat 11 kg Gewicht verloren, leidet an starken Menstruationsschmerzen, Nackenschmerzen , Kopfschmerzen, Schmerzen im Genitale, \u00dcbelkeit und an einer starken Dauerersch\u00f6pfung, die sie mit dem st\u00e4ndig beschleunigten Herzschlag erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Als Ursache ihrer Symptome konnte durch eine subtile und umfangreiche funktionelle Farbduplexsonografie des Herzens, der Gef\u00e4\u00dfe im Bauchraum und im Becken in verschiedenen K\u00f6rperhaltungen die haltungsabh\u00e4ngige Kompression der Vena cava inferior durch das Zwerchfell identifiziert werden.<\/p>\n<p>Die Bestimmung des Aortenflussvolumens und der Herzfrequenz erlaubt eine Berechnung der Ver\u00e4nderungen der F\u00fcllung des Herzens in Abh\u00e4ngigkeit von der K\u00f6rperhaltung.<\/p>\n<p>Das Merkmal des sogenannten posturalen Tachykardiesyndrom (POTS) ist ein rascher und unangenehmer Anstieg der Herzfrequenz bei aufrechter K\u00f6rperhaltung, ohne dass die aktuelle k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t einen solchen Herzfrequenzanstieg erkl\u00e4ren kann. Den Patienten geht es dabei oft schlecht. Ihnen kann schwindlig werden, sie k\u00f6nnen das Bewusstsein verlieren (Synkope), sie k\u00f6nnen oft nur kurze Zeit stehen und m\u00fcssen sich hinsetzen oder hinlegen, was zur raschen Normalisierung des Herzschlages f\u00fchrt und sie f\u00fchlen oft die Notwendigkeit, herumzulaufen, um ihre Situation zu verbessern.<\/p>\n<p>Patienten mit POTS leiden n\u00e4mlich h\u00e4ufig an einer lageabh\u00e4ngigen Ver\u00e4nderung der Kreislaufverh\u00e4ltnisse, auf die das Herz lediglich reagiert.<\/p>\n<p>Ganz allgemein stellt der aufrechte Gang des Menschen besondere Anforderungen an den Kreislauf im Hinblick auf den Umgang mit der Schwerkraft. Die Schwerkraft zieht das Blut in die untere K\u00f6rperh\u00e4lfte und die Versorgung des Gehirns mit einer ausreichenden Blutmenge erfordert eine Gegensteuerung, um das Blut zum Herzen zur\u00fcckzubringen und von dort aus nach oben zum Kopf zu pumpen.<\/p>\n<p>Die Kr\u00e4fte, die einen solchen R\u00fccktransport bewerkstelligen sind<\/p>\n<ol>\n<li>der st\u00e4ndige Nachschub von Blut aus dem Herzen \u00fcber das arterielle System in die Kapillaren und Venen<\/li>\n<li>die Spannung und Kontraktionskraft der Venen, die beide verhindern, dass sich die Venen zu weit ausdehnen und damit zu gro\u00dfe Blutmengen speichern<\/li>\n<li>die Muskelpumpe der Beine, die die Venen der Beine ausmassiert. Dies setzt allerdings eine aktive Muskelarbeit in den Beinen voraus wie sie zum Beispiel beim Herumlaufen oder bei willk\u00fcrlicher Anspannung der Wadenmuskulatur erzeugt wird.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Kr\u00e4fte, die den R\u00fccktransport behindern sind:<\/p>\n<ol>\n<li>die Gravitation selbst<\/li>\n<li>die Fliehkraft, z.B. bei einer Karussellfahrt, bei der die Beine einen gr\u00f6\u00dferen Kreis beschreiben als der Kopf<\/li>\n<li>Hindernisse auf dem Weg des Blutes von der Peripherie zum Herzen oder zum Hirn: Dies sind alle ven\u00f6sen Gef\u00e4\u00dfkompressionssyndrome, die dazu f\u00fchren, dass das Blut sich vor dem Hindernis staut und daher nicht zum Herzen zur\u00fcckgelangen kann<\/li>\n<li>eine Verminderung der treibenden Kraft des Herzens durch Herzschw\u00e4che, Einengung der Aorta oder der Aortenklappe, Erschlaffung der Aorta, Klappenundichtheit der Aortenklappe (Aorteninsuffizienz), arterielle Stenosen<\/li>\n<li>Erschlaffung der Venen bei Bindegewebserkrankungen, die dazu f\u00fchren, dass unter dem Druck der Gravitation die Venen sich zunehmend erweiternden und daher mehr Blut sammeln, anstatt es zum Herzen zur\u00fcckzutransportieren<\/li>\n<\/ol>\n<p>Frauen mit Bindegewebserkrankungen, h\u00e4ufig unter dem Begriff Hypermobilit\u00e4tssyndrom wie zum Beispiel hypermobiles Ehlers-Danlos-Syndrom zusammengefasst, entwickeln mehrere der oben genannten Faktoren, die dazu f\u00fchren, dass zu wenig Blut aus dem ven\u00f6sen System zum Herzen zur\u00fcckgelangt.<\/p>\n<p>Diese Faktoren sind im Einzelnen<\/p>\n<ul>\n<li>die Weichheit der bindegewebigen Venenw\u00e4nde. Dadurch sammelt sich unter dem Einfluss der Schwerkraft mehr Blut im ven\u00f6sen System als bei gesunden Menschen.<\/li>\n<li>Die schlaffen B\u00e4nder der Wirbels\u00e4ule erlauben eine verst\u00e4rkte Lordose.<\/li>\n<li>Gleichzeitig besteht h\u00e4ufig ein flacher Thorax, wodurch die Bauchdecke oftmals weniger als 15 mm von der st\u00e4rker gekr\u00fcmmten Wirbels\u00e4ule entfernt ist.<\/li>\n<li>Dies f\u00fchrt zu einer Einengung des Bauchraumes.<\/li>\n<li>Der verst\u00e4rkte Druck der gekr\u00fcmmten Wirbels\u00e4ule komprimiert die bei diesen Patientinnen besonders weichen Venen. Daher entwickelt sich bei Ihnen h\u00e4ufig ven\u00f6se Gef\u00e4\u00dfkompressionssyndrome die bei K\u00f6rperlagewechsel verhindern, dass ausreichend Blut zum Herzen zur\u00fcckgelangt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Herzkammern f\u00fcllen sich dann pl\u00f6tzlich bei Einnahme einer aufrechten K\u00f6rperhaltung nicht mehr ausreichend. Bliebe die Herzfrequenz konstant, auf dem Niveau wie bei horizontaler K\u00f6rperhaltung, hie\u00dfe dies, dass die Organe entsprechend weniger Blut erhielten. Dies w\u00fcrde deren Funktion unter Umst\u00e4nden so beeintr\u00e4chtigen, dass eine krankhafte St\u00f6rung einzelner Organe eintr\u00e4te. Besonders deutlich wird dies an der Hirnfunktion. Das Gehirn ist aufgrund seines starken Stoffwechsels auf eine anhaltend hohe Blutzufuhr angewiesen. Daher leiden betroffene Patienten h\u00e4ufig an St\u00f6rungen der Hirnfunktion wie D\u00f6sigkeit, Konzentrationsschw\u00e4che, Kopfdruck, das Gef\u00fchl des leeren Kopfes, Kopfschmerzen aber vor allem an St\u00f6rungen des Bewusstseins die sich bis zum Bewusstseinsverlust (sogenanntes Synkope) steigern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Da das Gehirn bei aufrechter K\u00f6rperhaltung die h\u00f6chste Position im menschlichen K\u00f6rper einnimmt, wirkt sich die Gravitation an diesem Organ besonders stark aus.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Bei der hier vorgestellten Patientin bestand die Besonderheit, dass sie nicht nur beim Hinhocken oder Hinlegen <strong>sondern auch beim Vorn\u00fcberbeugen im Stand eine Linderung ihrer Tachykardie erfuhr.<\/strong><\/p>\n<div style=\"width: 928px;\" class=\"wp-video\"><video class=\"wp-video-shortcode\" id=\"video-9141-3\" width=\"928\" height=\"710\" preload=\"metadata\" controls=\"controls\"><source type=\"video\/webm\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/standing-squatting.webm?_=3\" \/><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/standing-squatting.webm\">https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/standing-squatting.webm<\/a><\/video><\/div>\n<p>Das obige Video zeigt die simultane Aufzeichnung von EKG und K\u00f6rperhaltung der Patientin. Bei Ver\u00e4nderung der K\u00f6rperlage\u00a0\u00e4ndert sich innerhalb einiger Sekunden die Herzfrequenz. Im Stand liegt die Herzfrequenz bei \u00fcber 160\/min (normal w\u00e4re 60-80\/min). Nachdem die Patientin sich hingehockt hat, f\u00e4llt die Herzfrequenz deutlich ab auf Werte unter 100\/min. Die Erkl\u00e4rung f\u00fcr diese Ver\u00e4nderung besteht darin, dass beim Hinhocken die gestauten Venen von Unterschenkel und Oberschenkel zusammengepresst werden. Damit wird dem Kreislauf Blut zugef\u00fchrt, welches\u00a0\u00a0im Stand infolge der Bindegewebsschw\u00e4che und der ven\u00f6sen Stauung der linken Beckenvene und der Vena cava\u00a0in den Beinen und im Becken versackt war.\u00a0Da nun die zirkulierende Blutmenge ansteigt,\u00a0f\u00fcllt sich auch die linke Herzkammer st\u00e4rker an. Daher kann das Herz pro Kontraktion\u00a0(Herzschlag) eine gr\u00f6\u00dfere Blutmenge auswerfen als bei aufrechtem Stand. Das erforderliche Volumen zum Funktionserhalt des Gehirns und andere Organe kann daher mit weniger Herzschl\u00e4gen, das hei\u00dft mit einer geringeren Herzfrequenz, bereitgestellt werden.<\/p>\n<div style=\"width: 928px;\" class=\"wp-video\"><video class=\"wp-video-shortcode\" id=\"video-9141-4\" width=\"928\" height=\"710\" preload=\"metadata\" controls=\"controls\"><source type=\"video\/webm\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/bending-to-erect-posture.webm?_=4\" \/><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/bending-to-erect-posture.webm\">https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/bending-to-erect-posture.webm<\/a><\/video><\/div>\n<p>Die Besonderheit bei dieser Patientin liegt jedoch darin, dass nicht nur die Mobilisierung von in der unteren K\u00f6rperh\u00e4lfte versacktem Blut den Kreislauf wieder auff\u00fcllen kann, wie im ersten Video erl\u00e4utert. Dies ist ein g\u00e4ngiger Mechanismus f\u00fcr Patienten mit Gef\u00e4\u00dfkompressionssyndromen und POTS.<\/p>\n<p>Bei ihr kam es auch beim Vorw\u00e4rtsbeugen zu einer deutlichen Reduktion der Herzfrequenz. Der Grund daf\u00fcr liegt darin, dass sich\u00a0beim Vorw\u00e4rtsbeugen durch Ver\u00e4nderung der Spannung des Zwerchfells der Durchtritt der Vena cava durch das Zwerchfell erweitert. Damit wird die Hauptbarriere f\u00fcr die normale F\u00fcllung der Herzkammern deutlich verringert. Da auch auf diese Weise eine bessere F\u00fcllung Blutf\u00fcllung des Herzens erreicht wird, \u00e4hnlich wie beim Hinhocken, kommt es auch hier zum Abfall der Herzfrequenz.<\/p>\n<p>Die Untersuchung der Kreislaufverh\u00e4ltnisse in verschiedenen K\u00f6rperhaltungen\u00a0l\u00e4sst sich anhand der Volumenperfusion der Aorta genau erfassen:<\/p>\n<p>In R\u00fcckenlage wurde das Flussvolumen in der abdominalen Aorta mit 3975 ml\/min bestimmt. Sobald die Patientin sich aufrecht hinstellte, fiel innerhalb von 2 Minuten diese Blutmenge um 35% ab, obwohl es zu einem Herzfrequenzanstieg um 42% von 95 Schl\u00e4gen\/min auf 135 Schl\u00e4ge\/min kam. Dieser Herzfrequenzanstieg nur durch Lagewechsel ausgel\u00f6st, ist das Kernsymptom der posturalen Tachykardie. Er wird erforderlich, damit die geringe F\u00fcllung der Herzkammern die zu einem geringeren Auswurfvolumen pro Herzschlag f\u00fchrt durch einen h\u00e4ufigeren Herzschlag zumindest teilweise ausgeglichen werden kann. Die Tachykardie ist somit keine autonome Dysregulation, wie h\u00e4ufig behauptet, sondern ein sinnvoller und notwendiger Anpassungsmechanismus, um der\u00a0Minderf\u00fcllung des Kreislaufes gerecht zu werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie21-3-e1740242302534.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-9224 size-medium\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie21-3-e1740242302534-300x62.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"62\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie21-3-e1740242302534-300x62.png 300w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie21-3-e1740242302534-1024x212.png 1024w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie21-3-e1740242302534-768x159.png 768w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie21-3-e1740242302534.png 1216w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Beugte sich die Patientin im Stehen nach vorn, konnte die von ihr gemachte Beobachtung durch die Messungen best\u00e4tigt werden. Es kam n\u00e4mlich zu einer Linderung der Tachykardie mit Abfall der Herzfrequenz von 135 auf 117\/min und zu einer Verbesserung der Durchblutung des gro\u00dfen Kreislaufes, erkennbar am geringeren Abfall der Aortenflussmenge im Vergleich zum Liegen um 24% statt 35%.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie22-3.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-9225 size-medium\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie22-3-e1740242222602-300x68.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"68\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie22-3-e1740242222602-300x68.png 300w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie22-3-e1740242222602-1024x232.png 1024w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie22-3-e1740242222602-768x174.png 768w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie22-3-e1740242222602.png 1270w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Noch deutlicher war der Effekt der \u00c4nderung der K\u00f6rperhaltung bei der Betrachtung der F\u00fcllung des linken Ventrikels (der linken Herzkammer, die das Blut in den gro\u00dfen Kreislauf pumpt).<\/p>\n<p>W\u00e4hrend im Vergleich zum Liegen die F\u00fcllung der Herzkammer sich bei aufrechter K\u00f6rperhaltung in k\u00fcrzester Zeit um 54% verminderte, fiel diese Minderf\u00fcllung bei Vorn\u00fcberbeugen weniger stark aus und erreichte \u201enur noch\u201c 38%. Diese deutlichen Ver\u00e4nderungen der Herzf\u00fcllung wurden von der Patientin sofort bemerkt, zumal sie mit einer entsprechenden wohltuenden Verlangsamung des Herzschlages einhergingen.<\/p>\n<p>Die kardiologische Standarddiagnostik mit kardiologischer klinischer und apparativer Untersuchung (einschlie\u00dflich Kipptischuntersuchung, EKG) erbrachte keinen Aufschluss. Die \u00fcblicherweise eingesetzten Methoden k\u00f6nnen lediglich die auftretenden Ver\u00e4nderungen am Herzen beschreiben (Beschleunigung des Herzschlages, unter Umst\u00e4nden Ver\u00e4nderung des Blutdruckes, klinische Symptome wie Schwindel, Schw\u00e4che, Unf\u00e4higkeit zu stehen oder gar Bewusstseinsverlust). Sie sind aber nicht in der Lage, die Ursache des Leidens aufzudecken. Es ist die behinderte Rezirkulation durch ven\u00f6se Gef\u00e4\u00dfkompressionssyndrome, und der Versuch des Herzens auf ver\u00e4nderte Kreislaufverh\u00e4ltnisse so zu reagieren, dass noch eine ausreichende Durchblutung der Organe, vor allem des Hirns, gew\u00e4hrleistet werden kann.\u00a0Etwaige Rhythmusst\u00f6rungen, zus\u00e4tzlich zur Tachykardie, k\u00f6nnen durch die abrupten F\u00fcllungsver\u00e4nderungen des Herzens entstehen.<\/p>\n<p>Bei der hier vorgestellten Patientin kam es im Stehen zu einem Herzfrequenzanstieg bis zu 160\/min der im Liegen auf deutlich unter 100 Schl\u00e4ge\/min abfiel. Besonders beeindruckend war, dass allein schon das Vorn\u00fcberbeugen im Stand, wobei der Kopf etwa auf H\u00f6he des Beckens gelangt, zu einer deutlichen Reduktion der Herzfrequenz f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Die Patientin hatte ein May-Thurner-Syndrom, welches das Blut in der linken Beckenh\u00e4lfte gefangen hielt und den Transport \u00fcber die Beckenorgane nach rechts erzwang.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie3-e1740263065809.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-9148\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie3-e1740263065809-300x120.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"120\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie3-e1740263065809-300x120.png 300w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie3-e1740263065809-1024x410.png 1024w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie3-e1740263065809-768x307.png 768w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie3-e1740263065809.png 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Au\u00dferdem litt sie an einer hochgradigen Kompression der linken Nierenvene zwischen Aorta und Arteria mesenterica superior und auf dem Abgang der rechten Nierenarterie.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie9-e1740262397153.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-9152\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie9-e1740262397153-300x126.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"126\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie9-e1740262397153-300x126.png 300w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie9-e1740262397153-1024x430.png 1024w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie9-e1740262397153-768x323.png 768w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie9-e1740262397153.png 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dadurch kam es zu einer Flussbeschleunigung von 10 cm\/s im aufgestauten Venenabschnitt links der Aorta auf 387 cm\/s an der Kompressionsstelle. Diese hochgradige Nierenvenenkompression f\u00fchrt zu einer Verst\u00e4rkung der Stauung der Beckenvenen, da das gestaute Nierenvenenblut nach unten \u00fcber die Vena ovarica ins Becken umgeleitet wird.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus bestand eine Kompression der Vena cava bei \u00dcberquerung der rechten Nierenarterie.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie12.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-9155\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie12-300x169.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie12-300x169.png 300w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie12-1024x576.png 1024w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie12-768x432.png 768w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie12.png 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus bestand ein Ligamentum arcuatum Syndrom, welches zur Tachykardieneigung beitragen kann, da bei dieser Erkrankung das Zwerchfell nicht nur den Truncus coeliacus komprimiert (erkennbar an der Flussbeschleunigung auf 316 cm\/s bei einer Aortenflussgeschwindigkeit von 182 cm\/s) sondern auch das sympathischen Nervengeflechtes des Plexus coeliacus, welche sich auch zwischen Zwerchfellrand und Truncus erstreckt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie13-3-e1740242620889.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-9216\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie13-3-e1740242620889-300x192.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"192\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie13-3-e1740242620889-300x192.png 300w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie13-3-e1740242620889-1024x655.png 1024w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie13-3-e1740242620889-768x492.png 768w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie13-3-e1740242620889.png 1050w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Haupthindernis war jedoch eine Einengung der Vena cava inferior durch das Zwerchfell. Diese Einengung war nicht konstant sondern von der Atmung abh\u00e4ngig. Dies wurde von mir bereits <a href=\"https:\/\/scholbach.de\/compression-of-the-vena-cava-inferior-by-against-the-lumbar-spine#gsc.tab=0\">anderenorts<\/a> auf meiner Webseite beschrieben.\u00a0Weil die Einengung der Vena cava so ausgepr\u00e4gt war, das konventionelle Dopplertechniken nicht zu eindeutigen Resultaten f\u00fchrten wurde die CW-Doppler Technik (continuous wave Doppler) eingesetzt, die auch extrem hohe Flussgeschwindigkeiten und damit extrem hohe Drucke exakt ausmessen kann.<\/p>\n<p>Dabei fand sich <strong>bereits im Liegen<\/strong> in Atemmittellage eine Flussbeschleunigung auf 200 cm\/s<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie6-3-e1740243127812.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-9209\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie6-3-e1740243127812-300x131.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"131\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie6-3-e1740243127812-300x131.png 300w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie6-3-e1740243127812-1024x446.png 1024w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie6-3-e1740243127812-768x334.png 768w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie6-3-e1740243127812.png 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>die in Inspiration auf 279 cm\/s anstieg,<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie7-3-e1740243107486.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-9210\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie7-3-e1740243107486-300x148.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"148\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie7-3-e1740243107486-300x148.png 300w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie7-3-e1740243107486-1024x504.png 1024w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie7-3-e1740243107486-768x378.png 768w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie7-3-e1740243107486.png 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>am st\u00e4rksten jedoch in Exspiration mit 455 cm\/s ausfiel.\u00a0Die Flussgeschwindigkeit in den kaudalen Abschnitten der Vena cava inferior lag bei 50 cm\/s.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie8-e1740242981444.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-9151\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie8-e1740242981444-300x149.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"149\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie8-e1740242981444-300x149.png 300w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie8-e1740242981444-1024x509.png 1024w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie8-e1740242981444-768x382.png 768w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie8-e1740242981444.png 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Eine weitere Besonderheit der Einengung der Vena cava inferior bei dieser Patientin war jedoch, dass auch die K\u00f6rperhaltung Einfluss auf die Zwerchfellkompression der Vena cava hatte. Bei aufrechter K\u00f6rperhaltung im Stand bestand eine st\u00e4rkere Blockade des Blutr\u00fcckstroms als bei nach vorn \u00fcber gebeugter Rumpfhaltung im Stand. Die Flussgeschwindigkeit in Atemmittellage liegt jetzt an der Durchtrittsstelle durch das Zwerchfell bei 137 cm\/s.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-9203\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie16-2-e1740243314675-300x144.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"144\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie16-2-e1740243314675-300x144.png 300w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie16-2-e1740243314675-1024x491.png 1024w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie16-2-e1740243314675-768x368.png 768w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie16-2-e1740243314675.png 1260w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/> In Inspiration f\u00e4llt die Flussgeschwindigkeit bei nun sehr breiter Passage durch das Zwerchfell auf 117 cm\/s weiter ab<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie17-2-e1740243426758.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-9204\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie17-2-e1740243426758-300x150.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie17-2-e1740243426758-300x150.png 300w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie17-2-e1740243426758-1024x510.png 1024w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie17-2-e1740243426758-768x383.png 768w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie17-2-e1740243426758.png 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Allerdings ist in Exspiration selbst beim Vorn\u00fcberbeugen noch eine starke Flussbeschleunigung auf 325 cm\/s feststellbar:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie18-2-e1740243499952.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-9205\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie18-2-e1740243499952-300x149.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"149\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie18-2-e1740243499952-300x149.png 300w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie18-2-e1740243499952-1024x509.png 1024w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie18-2-e1740243499952-768x382.png 768w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Folie18-2-e1740243499952.png 1257w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>All diese Werte liegen jedoch deutlich unter denen bei aufrechtem Stand. Dies beweist, dass die Ver\u00e4nderung der Zwerchfellspannung durch Vorn\u00fcberbeugen die Einengung der Vena cava linderte. Durch das Vorn\u00fcberbeugen wird der Zug der an der Wirbels\u00e4ule ansetzenden Zwerchfellmuskulatur (<a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/profile\/Yaron-Shargall\/publication\/41187470_Surgical_Conditions_of_the_Diaphragm_Anatomy_and_Physiology\/links\/5ce5cfbb92851c4eabb70117\/Surgical-Conditions-of-the-Diaphragm-Anatomy-and-Physiology.pdf\">crura diaphragmatica<\/a>) deutlich vermindert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/diaphr-atmung.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-9232\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/diaphr-atmung-300x169.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/diaphr-atmung-300x169.png 300w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/diaphr-atmung-1024x576.png 1024w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/diaphr-atmung-768x432.png 768w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/diaphr-atmung.png 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-9234\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/diaphr-beugen-300x169.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/diaphr-beugen-300x169.png 300w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/diaphr-beugen-1024x576.png 1024w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/diaphr-beugen-768x432.png 768w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/diaphr-beugen.png 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Bei Gesunden kommt es nicht zu einer St\u00f6rung des ven\u00f6sen R\u00fcckstrom zu die Vene cava inferior in verschiedenen Atempositionen.\u00a0Vena cava, Zwerchfell und Leber sind bindegewebig miteinander verbunden.<\/p>\n<h6>Several factors, both dynamic and static are together responsible for maintaining the posi- tion of the liver in the upper part of the abdomen. The fixed anatomical structures are represented essentially by the suspension and tethering of the liver to its vascular pedicle. The inferior vena cava, the particular importance of which was discovered by Faure, suspends the liver by way of the suprahepatic (i.e. hepatic ( TS) veins. The ligamentum teres, stretched be- tween the inferior vena cava and the anterior ab- dominal wall, supports the left hepatic lobe. (from: Anat Clin (1982) 4:125-135 ; The Mechanisms Responsible for Stabilising the Liver by JB\u00a0 Flament , JF Delattre , and G\u00a0 Hidden)<\/h6>\n<p>Bei Patienten mit Bindegewebsschw\u00e4che kann es daher zum Absinken der Leber im Stehen kommen und zum Zug der Leber an der Vena cava unterm Zwerchfell, wodurch der Durchtritt der Vena cava durch das Zwerchfell zusammengezogen und eingeengt werden kann.<\/p>\n<p>Bei der Patientin konnte im Stehen eine erhebliches Absinken der Leber bis 1 cm \u00fcber dem Beckeneingang nachgewiesen werden:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Hepatoptosis.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-9235\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Hepatoptosis-300x169.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Hepatoptosis-300x169.png 300w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Hepatoptosis-1024x576.png 1024w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Hepatoptosis-768x432.png 768w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Hepatoptosis.png 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Da das Vorn\u00fcberbeugen den Druck auf das untere Abdomen erh\u00f6ht wird das Absinken der Leber vermindert. Dies kann daher zum Erhalt einer weiten Passage der Vena cava durch das Zwerchfell beitragen.<\/p>\n<p>Der h\u00e4modynamische Effekt der Kompression der Vena cava und des Einflusses der verschiedenen K\u00f6rperhaltungen kann mit der PixelFlux-Technik nachgewiesen werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PX-d.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-9247\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PX-d-300x169.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PX-d-300x169.png 300w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PX-d-1024x576.png 1024w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PX-d-768x432.png 768w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PX-d.png 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dazu wurde die Durchblutung der Nieren bei den verschiedenen K\u00f6rperhaltungen gemessen. In \u00dcbereinstimmung mit den Messungen der Volumenperfusion der Aorta bei verschiedenen K\u00f6rperhaltungen reagieren die Nieren auf Vorn\u00fcberbeugen im Stand mit einer Verbesserung der Durchblutung im Vergleich zum aufrechten Stand. Damit kann gezeigt werden, dass nicht nur die Durchblutung der Aorta sondern auch der Organe durch die wechselnde Kompression der Vena cava beeintr\u00e4chtigt wird.<\/p>\n<h4>Dies ist meines Wissens die erste Darstellung der k\u00f6rperlageabh\u00e4ngigen Kompression der Vena cava durch das Zwerchfell in der medizinischen Literatur. ( 22.02.2025)<\/h4>\n<p>Ich danke der Patientin f\u00fcr die Bereitstellung der Videos und f\u00fcr ihre Erlaubnis, ihre Krankengeschichte hier darstellen zu d\u00fcrfen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die zum Zeitpunkt der Untersuchung 25 Jahre alte Patientin mit deutlichen Zeichen \u00fcberdehnbaren Bindegewebes (Beighton-Score 8\/9) erkrankte vor 6 Jahren mit Bauchschmerzen und Gewichtsverlust und entwickelte seit 4 Jahren eine sie sehr einschr\u00e4nkende Kreislaufdysregulation mit Tachykardie im Stehen, die sich beim Vorn\u00fcberbeugen und im Hinlegen besserte. Eine umfangreiche kardiologische Diagnostik erbrachte keine Ursache der Tachykardie. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"om_disable_all_campaigns":false,"footnotes":""},"class_list":["post-9141","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/scholbach.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/9141","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/scholbach.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/scholbach.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/scholbach.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/scholbach.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9141"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/scholbach.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/9141\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9251,"href":"https:\/\/scholbach.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/9141\/revisions\/9251"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/scholbach.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9141"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}