{"id":6495,"date":"2021-08-25T13:54:45","date_gmt":"2021-08-25T13:54:45","guid":{"rendered":"https:\/\/scholbach.de\/?page_id=6495"},"modified":"2022-01-23T13:37:14","modified_gmt":"2022-01-23T13:37:14","slug":"under-false-flag-the-so-called-nutcracker-syndrome","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/scholbach.de\/de\/under-false-flag-the-so-called-nutcracker-syndrome","title":{"rendered":"Unter falscher Flagge-das sogenannte Nu\u00dfknackersyndrom (Originalartikel)"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<h1>Langfassung* des Artikels<\/h1>\n<h1>&#8222;Unter falscher Flagge-das sogenannte Nu\u00dfknackersyndrom&#8220;<\/h1>\n<p>*zu dem Artikel aus der Zeitschrift Gef\u00e4\u00dfchirurgie wurden kursiv geschriebene Passagen hinzugef\u00fcgt, da im Journal nur begrenzter Raum zur Verf\u00fcgung stand<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Thomas Scholbach<\/p>\n<p>Praxis f\u00fcr spezielle Ultraschalldiagnostik, R\u00f6delstra\u00dfe 24, 04229 Leipzig, Telefon: 0341\/6880219; E-Mail: <a href=\"mailto:praxis.scholbach@posteo.de\">praxis.scholbach@posteo.de<\/a><\/p>\n<p>Wilhelm Sandmann<\/p>\n<p>Sektion Gef\u00e4\u00dfchirurgie, Clinic Bel Etage, Prof. em. f\u00fcr Chirurgie und Gef\u00e4\u00dfchirurgie, ehem. Direktor der Klinik f\u00fcr Gef\u00e4\u00dfchirurgie und Nierentransplantation, Heinrich \u2013 Heine Univ. D\u00fcsseldorf <a href=\"mailto:w.sandmann@gmx.de\">w.sandmann@gmx.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><\/h2>\n<h2>Zusammenfassung<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Kompression der linken Nierenvene bei \u00dcberquerung der Mittellinie durch die Aorta oder die rechte Nierenarterie ist ein unterdiagnostiziertes Krankheitsbild, welches bislang als Nu\u00dfknackersyndrom bezeichnet wird, <em>da die Einengung der linken Nierenvene bei \u00dcberquerung der Aorta durch de Schepper (1972) in der Erstbeschreibung als eine Kompression des Gef\u00e4\u00dfes zwischen Aorta und Arteria mesenterica superior angesehen wurde. Beide Gef\u00e4\u00dfe stellen nach diesem Konzept die beiden Arme eines Nussknackers dar.<\/em><\/p>\n<p><em>Nach unserer Beobachtung jedoch ist\u00a0<\/em> die verst\u00e4rkte Lordose der zumeist weiblichen Betroffenen <em>pathogenetisch bedeutsam<\/em>, die die Aorta nach ventral dr\u00e4ngt und somit die Nierenvene unter Spannung setzt und komprimiert. Der Kompression durch die Arteria mesenterica superior kommt eine untergeordnete Bedeutung zu. Zum besseren Verst\u00e4ndnis schlagen wir daher die Umbenennung in lordogenetische Nierenvenenkompression vor.<\/p>\n<p>Linksseitige Schmerzen in der Flanke, im Ober- und Unterbauch, im R\u00fccken, Kopf und Nacken sowie postprandial betonte Schmerzen im linken Hypochondrium sind die h\u00e4ufigsten klinischen Manifestationen. Zur Diagnostik und Quantifizierung der Kollateralisation st\u00fctzen wir uns auf die Farbduplexsonografie mit seitengetrennter PixelFlux-Messung der Nierenperfusion. Wir behandeln durch Verl\u00e4ngerung der Vena renalis oder Umh\u00fcllung der Vene durch eine PTFE Manschette.<\/p>\n<p>Schl\u00fcsselw\u00f6rter: Nu\u00dfknackersyndrom; lordogenetische Nierenvenenkompression; Farbduplexsonografie; Perfusionsquantifizierung; funktionelle Diagnostik; EHLERS-DANLOS Syndrom<\/p>\n<h2><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Einf\u00fchrung<\/h2>\n<p>Die Symptomatik der abdominalen Kompressionssyndrome ist au\u00dferordentlich vielf\u00e4ltig und nicht nur am Ort der Kompression, sondern auch weit entfernt davon zu beobachten. Daher f\u00e4llt es dem Unerfahrenen nicht selten schwer, statt einer psychosomatischen die korrekte Diagnose zu stellen. Die Patienten werden damit frustriert und therapeutische Irrwege beschritten. <em>Ist nach der Standarddiagnostik die Ursache chronischer, rezidivierender Bauchschmerzen und anderer abdominaler Symptome und vegetativer Erscheinungen weiter unklar, sollte daher dezidiert mithilfe der Farbduplexsonografie nach abdominalen Gef\u00e4\u00dfkompressionssyndromen gesucht werden.<\/em><\/p>\n<h2>Kontext<\/h2>\n<p><em>Die hier in den Fokus ger\u00fcckte Kompression der linken Nierenvene mit ihren vielf\u00e4ltigen klinischen Folgeerscheinungen ist nur eins von zahlreichen Kompressionssyndromen des Menschen. Um die verwirrenden Symptome richtig zu deuten, muss man wissen, dass alle abdominalen Kompressionssyndrome, dar\u00fcber hinaus auch das Thoracic-outlet-Syndrom wesentlich von der Kr\u00fcmmung der Wirbels\u00e4ule bestimmt werden. Diese gemeinsame Ursache bedingt ihr gemeinsames Auftreten. Ein Kompressionssyndrom kommt selten allein! Zur erfolgreichen Behandlung ist es daher erforderlich, alle eventuell vorliegenden Kompressionssyndrome aufzudecken und ihren spezifischen Anteil an den Symptomen zu erfassen.<\/em><\/p>\n<p>Die Kompression der linken Nierenvene ist mit Abstand das h\u00e4ufigste abdominale vaskul\u00e4re Kompressionssyndrom. Es ist h\u00e4ufig bereits bei Kindern zu beobachten. Zumeist treten die Beschwerden mit dem pr\u00e4pubert\u00e4ren Wachstumsschub erstmals auf.<\/p>\n<p><em>Die Ursache daf\u00fcr liegt meines Erachtens an der Lokalisation der Kreuzung von Aorta und linke Nierenvene auf der kranialen Flanke der lumbalen Lordose. Obwohl in manchen F\u00e4llen die Nierenvene hoch im epigastrischen Winkel liegt (dann findet man h\u00e4ufig auch eine im Vergleich zur Weite des Beckens auffallend enge untere Thoraxapertur), kreuzt sie die Aorta beim Erwachsenen meist 4-6 cm kranial des Nabels. Dadurch wird sich bei der Entwicklung der lumbalen Lordose im Kindesalter weiter nach ventral verdr\u00e4ngt als zum Beispiel die Vena iliaca communis sinistra. Sp\u00e4ter folgt zumeist die Kompression des Ganglion coeliacus und Truncus coeliacus durch das Ligamentum arcuatum und etwa zur gleichen Zeit die Kompression der linken Beckenvene zwischen rechter Beckenarterie und Promontorium.<\/em><\/p>\n<p>Das rasche L\u00e4ngenwachstum der Wirbels\u00e4ule in der Pubert\u00e4t beg\u00fcnstigt die st\u00e4rkere Auspr\u00e4gung ihrer Kr\u00fcmmungen. Bindegewebserkrankungen (Ehlers-Danlos-Syndrom, Marfan-Syndrom), wie auch das weichere Bindegewebe von Frauen pr\u00e4disponieren daher zu Kompressionssyndromen (<a href=\"#_ENREF_1\">1-5<\/a>).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/1-under-flase-flag.png.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-6498 size-full\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/1-under-flase-flag.png.jpg\" alt=\"\" width=\"604\" height=\"339\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/1-under-flase-flag.png.jpg 604w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/1-under-flase-flag.png-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 604px) 100vw, 604px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abb.1<\/p>\n<p>Die Einengung der linken Nierenvene entsteht an den Wendepunkten ihres Verlaufes. Dies sind der Punkt der \u00dcberquerung der Aorta und auf dem Abgangsbogen der rechten Nierenarterie. Die A. mes. sup. spielt oft eine untergeordnete Rolle!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/2-under-flase-flag.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-6499 size-full\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/2-under-flase-flag.jpg\" alt=\"\" width=\"605\" height=\"378\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/2-under-flase-flag.jpg 605w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/2-under-flase-flag-300x187.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 605px) 100vw, 605px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abb.2<\/p>\n<p>Ursache daf\u00fcr ist die ausgepr\u00e4gte lumbale Lordose, die zun\u00e4chst zur Ventralverlagerung der Aorta, Ihrem Abgleiten auf die linke ventrale Zirkumferenz der Wirbelk\u00f6rper und Ihre sp\u00e4tere Drehung um die L\u00e4ngsachse f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Durch die Ventralverlagerung der Aorta wird die Nierenvene angehoben, gedehnt und von dorsal komprimiert. Dabei bestimmt die individuelle topographische Anatomie, wo die Kompression am st\u00e4rksten ausgepr\u00e4gt ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/3a-under-flase-flag.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-6500 size-full\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/3a-under-flase-flag.jpg\" alt=\"\" width=\"604\" height=\"241\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/3a-under-flase-flag.jpg 604w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/3a-under-flase-flag-300x120.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 604px) 100vw, 604px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abb. 3a<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/3b-under-false-flag.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6501 size-full aligncenter\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/3b-under-false-flag.jpg\" alt=\"\" width=\"605\" height=\"357\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/3b-under-false-flag.jpg 605w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/3b-under-false-flag-300x177.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 605px) 100vw, 605px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abb. 3b<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Multiple Kompressionen, zumeist auf der Ventralfl\u00e4che der Aorta bei 11:00 Uhr und auf dem bogenf\u00f6rmigen Abgang der rechten Nierenarterie sind daher keine Seltenheit. Entscheidend ist der Effekt auf die Parenchymperfusion im Seitenvergleich, der mit der PixelFlux-Methode gemessen werden kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Klinik<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Leitsymptom der Nierenvenenkompression sind Schmerzen (<a href=\"#_ENREF_9\">9<\/a>) mit charakteristischer Lokalisation im linken Hypochondrium, rechts paramedian im Oberbauch und in der linken Flanke. Sie steigern sich oft bei Anstieg des Herzzeitminutenvolumens (auch aus psychischer Ursache) sowie nach dem Essen.<\/p>\n<p>Besonders variabel ist die Topographie der Kompressionsstelle der linken Nierenvene in Hinblick auf sichtbare anatomische Bezugspunkte. Zumeist quert die Nierenvene die Mittellinie etwa auf der H\u00e4lfte der Distanz zwischen Nabel und Xiphoid. Nicht selten jedoch liegt dieser Punkt hoch im epigastrischen Winkel und wird daher klinisch oft dem Magen oder dem Truncus coeliacus zugeordnet.<\/p>\n<p>Oft entwickelt sich nach l\u00e4nger bestehender, verst\u00e4rkter Lordose eine Skoliose geringen bis m\u00e4\u00dfigen Grades (<a href=\"#_ENREF_6\">6<\/a>, <a href=\"#_ENREF_7\">7<\/a>), welche die laterale Achsabweichung der Aorta von der Wirbels\u00e4ule, die Drehung der Aorta um ihre L\u00e4ngsachse und damit den bogenf\u00f6rmigen Abgang der rechten Nierenarterie beg\u00fcnstigt. Dann ist nicht selten der Scheitelpunkt dieses Bogens der rechten Nierenarterie, der deutlich rechts der Verbindungslinie von Aorta und Arteria mesenterica superior liegen kann, das Hypomochlion der linken Nierenvene und die Stelle ihrer st\u00e4rksten Kompression.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund verwenden wir die Bezeichnung lordogenetische Nierenvenenkompression. Die eingeb\u00fcrgerte Beschreibung als Nussknackerph\u00e4nomen f\u00fchrt h\u00e4ufig zu Fehldiagnosen, da der Bezeichnung gem\u00e4\u00df die Engstelle der Vene unmittelbar zwischen Aorta und Arteria mesenterica superior gesucht wird, wo sie oft nicht zu finden ist.<\/p>\n<p>Andere wichtige, das klinische Bild oft verwirrend erg\u00e4nzende Schmerzlokalisationen h\u00e4ngen von der Art und Auspr\u00e4gung der Kollateralkreisl\u00e4ufe der linken Nierenvene ab.\u00a0 Eine H\u00e4maturie tritt selten auf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Oft entlastet sich die gestaute linke Nierenvene \u00fcber die retrograd perfundierte Vena ovarica sinistra . Dies f\u00fchrt zu stauungsbedingten Beschwerden im kleinen Becken und entlang des Musculus psoas links. Die zum Teil \u00a0\u00a0erhebliche Blutvolumenumleitung in die Beckenzirkulation tr\u00e4gt besonders dann zur allgemeinen ven\u00f6sen pelvinen Kongestion bei, wenn das oft gleichzeitig bestehende May- Thurner- Syndrom den ungehinderten Abfluss aus dem Becken verhindert. Zudem klagen die Patientinnen regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber starke Menstruationsschmerzen oder Schmerzen bei der Ovulation, beim Geschlechtsverkehr, bei der Blasen- und Darmentleerung. Die individuelle Symptomkonstellation ist sehr variabel. In einzelnen F\u00e4llen treten umschriebene Schmerzen im Bereich des Nervus pudendus, zumeist links auf.<\/p>\n<p>Ein weiterer wichtiger Kollateralkreislauf ist der \u00fcber den sogenannten Tronc r\u00e9no-rachidi\u00e8n ins Stromgebiet der Vena hemiazygos und von dort entlang der Wirbels\u00e4ule und in den Wirbelkanal hinein. H\u00e4ufige klinische Symptome bestehen dann in R\u00fcckenschmerzen, aufsteigenden nuchalen Kopfschmerzen, Migr\u00e4ne, einer morgendlichen Kongestion der Nasenschleimhaut, die nach etwa 1-st\u00fcndiger Einnahme einer vertikalen K\u00f6rperhaltung verschwindet, Schwindel, Benommenheit und Konzentrationsst\u00f6rungen.<\/p>\n<p>Nahezu regelm\u00e4\u00dfig nehmen die Schmerzen bei k\u00f6rperlicher Anstrengung zu. Die Patienten sind h\u00e4ufig nicht in der Lage gewohnte Belastungen wie k\u00fcrzere Gehstrecken, Treppensteigen, einfache Hausarbeiten schmerzfrei zu ertragen.<\/p>\n<p>Postprandiale Schmerzen im linken Oberbauch werden vor allen Dingen dann beobachtet, wenn die F\u00fcllung des Magens zu einer Kompression des gestauten linksseitigen Anteils der Nierenvene f\u00fchrt. Die differentialdiagnostisch abzugrenzenden postprandialen Schmerzen bei der Plexus coeliacus Kompression gehen h\u00e4ufig mit starken vegetativen Symptomen (<a href=\"#_ENREF_10\">10<\/a>), vornehmlich qu\u00e4lender \u00dcbelkeit aber auch posturalen Tachykardie, inspiratorischer Atembehinderungen und wechselnder Stuhlfrequenz einher. Bei einem ausgepr\u00e4gten Wilkie-Syndrom stehen kurz nach Nahrungsaufnahme Aufsto\u00dfen, Erbrechen und erhebliche Gewichtsabnahme im Vordergrund.<\/p>\n<p>Andere Kollateralkreisl\u00e4ufe sind deutlich seltener, wie zum Beispiel die Kommunikation mit dem Stromgebiet der Vena mesenterica superior und der Vena lienalis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine erfolgreiche Behandlung erfordert immer auch die Bezugnahme auf die anderen oft gleichzeitig zu beobachtenden abdominalen Kompressionssyndrome.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Diagnostik<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine quantitative Farbduplexsonografie ist das geeignetste Verfahren zur Diagnostik und zur Einsch\u00e4tzung des Schweregrades der Kompression der linken Nierenvene.<\/p>\n<p>Wir stellen die Diagnose einer symptomatischen Kompression der linken Nierenvene unter folgenden Kautelen:<\/p>\n<ol>\n<li>charakteristische klinische Beschwerden (s.o.)<\/li>\n<li>erhebliche Lumeneinengung der Vena renalis sinistra (Abb. 1-3b)<\/li>\n<li>erhebliche Drucksteigerung in der Vena renalis sinistra (Abb. 3a)<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wir halten eine zus\u00e4tzliche funktionelle Betrachtung f\u00fcr aufschlussreicher als eine rein morphologische Beschreibung. Die Bestimmung von Durchmessern, Stenosegraden und Grenzwerten f\u00fcr den Druckabfall an einer Stenose stehen Kompensationsm\u00f6glichkeiten des Organismus gegen\u00fcber, die dazu dienen, trotz Ver\u00e4nderungen der urspr\u00fcnglichen Anatomie den Funktionszustand aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kollateralkreisl\u00e4ufe bewirken die Umleitung des gestauten Blutes \u00fcber Gef\u00e4\u00dfe und Organe hinweg, die sich an die umgeleitete Blutmenge erst anpassen m\u00fcssen. Gelingt es, die h\u00e4ufig au\u00dferordentlich gro\u00dfen Blutzeitvolumina, die sich vor der Engstelle der linken Nierenvene aufstauen, ohne wesentlichen Druckaufbau in den Umgehungskreisl\u00e4ufen zum Herzen zur\u00fcckzuleiten, so kann selbst bei einer hochgradigen Lumeneinengung und erheblichem Druckaufbau an der Engstelle ein symptomfreies, funktionell unbeeintr\u00e4chtigtes Leben m\u00f6glich sein.<\/p>\n<p>Daher orientieren wir uns neben morphologischen an den folgenden Kriterien:<\/p>\n<ol>\n<li>Diskrepanz der Perfusion beider Nieren bei der Parenchymperfusionsmessung mit der PixelFlux-Technik (<a href=\"#_ENREF_11\">11<\/a>)<\/li>\n<li>Nachweis von Kollateralkreisl\u00e4ufen<\/li>\n<li>Beurteilung der Str\u00f6mungsrichtung in den Kollateralkreisl\u00e4ufen<\/li>\n<li>Messung der Flussvolumina in den Kollateralkreisl\u00e4ufen<\/li>\n<li>Beurteilung des Druckgradienten an Engstellen in den Kollateralkreisl\u00e4ufen<\/li>\n<li>Diskrepanz der Nierenvolumina nach der Formel von Scholbach und Weitzel (<a href=\"#_ENREF_12\">12<\/a>)<\/li>\n<li>Nierenposition im Liegen und im Stehen &#8211; Messung der Distanz des oberen Nierenpols zur ipsilateralen Crista iliaca<\/li>\n<li>Ver\u00e4nderung der Parenchymperfusion der Nieren mit der PixelFlux-Technik (Abb. 3b) (<a href=\"#_ENREF_11\">11<\/a>, <a href=\"#_ENREF_13\">13<\/a>, <a href=\"#_ENREF_14\">14<\/a>), der Flussvolumina (<a href=\"#_ENREF_15\">15<\/a>, <a href=\"#_ENREF_16\">16<\/a>), der Druckgradienten und der Str\u00f6mungsrichtung in den komprimierten Venen und den Kollateralkreisl\u00e4ufen im Liegen und im Stehen<\/li>\n<li>gleichzeitige Beurteilung der anderen vorliegenden Kompressionssyndrome im Hinblick auf die Beschwerden<\/li>\n<li>Messung des Herzzeitminutenvolumens<\/li>\n<li>&#8211; 10. unter Provokationsbedingungen (K\u00f6rperlagewechsel, Anstrengung, Nahrungsaufnahme)<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Druckgradienten (p) werden nicht intraven\u00f6s sondern stattdessen sonografisch nach einer vereinfachten Bernoulli- Formel aus den gemessenen Flussgeschwindigkeiten (v) errechnet: p [Torr] = 4 v\u00b2 [m\/s]<\/p>\n<p>Die Parenchymperfusion wird herzphasengetriggert f\u00fcr alle Gef\u00e4\u00dfe eines kompletten Segments des Nierenparenchyms mit der PixelFlux Technik beurteilt. Die schichtweise Messung der Nierenparenchymperfusion in zentralen und peripheren Parenchymschichten (<a href=\"#_ENREF_17\">17<\/a>, <a href=\"#_ENREF_18\">18<\/a>) erlaubt dar\u00fcber hinaus die Einsch\u00e4tzung wechselnder Perfusionsdrucke im Parenchym anhand der \u00fcberproportionalen Verminderung der subkapsul\u00e4ren Perfusion.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Pathogenese<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Kreuzungsstelle der linken Nierenvene mit der Mittellinie kann individuell stark variieren und befindet sich bisweilen hoch im epigastrischen Winkel, wodurch die Klinik der der Truncuskompression \u00e4hneln kann.<\/p>\n<p>Die pathogenetische Wurzel aller abdominalen Gef\u00e4\u00dfkompressionssyndrome ist die verst\u00e4rkte lumbale Lordose. Ein Nierenvenenkompression geht daher zumeist mit anderen abdominalen Gef\u00e4\u00dfkompressionssyndromen einher. Sie wird h\u00e4ufig schon im Kindesalter mit Beginn des pr\u00e4pubert\u00e4ren Wachstumsschubes manifest, da sich hier durch das L\u00e4ngenwachstum des Achsenskeletts eine st\u00e4rkere lordotische Kurvatur herausbildet. Au\u00dferdem kommt es durch das Breitenwachstum des weiblichen Beckens zur st\u00e4rkeren Traktion der Psoasmuskeln an den Lendenwirbelk\u00f6rpern. Daher sind vornehmlich M\u00e4dchen und Frauen von vaskul\u00e4ren Gef\u00e4\u00dfkompressionen im Allgemeinen und der lordogenetische Nierenvenenkompression im Besonderen betroffen (80-95%).<\/p>\n<p>Die Arteria mesenterica superior verlagert sich leicht bei K\u00f6rperlagewechsel und f\u00fchrt selten zu einer direkten Kompression der linken Nierenvene.\u00a0 Untersuchungen in verschiedenen K\u00f6rperlagen sind daher unerl\u00e4sslich!<\/p>\n<p>Zumeist liegt eine Dehnungsstenose der linken Nierenvene vor, die bei aufrechter K\u00f6rperhaltung oftmals zunimmt, vor allem wenn eine genetische Bindegewebsschw\u00e4che zu einer ausgepr\u00e4gten Ptose der Nieren f\u00fchrt. Dies geht oft mit einer drastischen Perfusionsminderung einher, die mit der PixelFlux Technik einfach zu quantifizieren ist. Deren Messergebnisse beeinflussen entscheidend die Operationstaktik.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Therapie<\/h3>\n<h3>Nichtoperative Verfahren<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nichtoperative Therapieverfahren bestehen in Kr\u00e4ftigungs\u00fcbungen der Rumpfmuskulatur mit dem Ziel der Verminderung der Lordose und der Beckenkippung nach ventral. Mithilfe einer mehrw\u00f6chigen Aspirintherapie kann die Kollateralisierung gestauter Venen gef\u00f6rdert werden. Die Minderperfusion der linken Niere kann damit messbar verbessert werden, was regelm\u00e4\u00dfig mit einer Schmerzlinderung einhergeht. Sind diese Optionen, vor allem bei langem Krankheitsverlauf, nicht ausreichend, sollte bei starken Beschwerden operiert werden.<\/p>\n<h3>Operative Verfahren<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ziel ist die Druckentlastung der linken Nierenvene. Das am h\u00e4ufigsten publizierte, direkte operative Verfahren ist die Transposition der Nierenvene in einen distal gelegenen Abschnitt der unteren Hohlvene.( 25\u00a0 ) Da die L\u00e4nge der Nierenvene f\u00fcr die Neuanastomosierung selten ausreicht, auch wenn ein \u201ecuff\u201c aus der Cavawand herausgeschnitten wird, geht es vielfach nicht ohne Venen\/PTFE Patch oder -interposition. Angaben zu F\u00fcnfjahresergebnissen der V. renalis Transposition und zu Offenheitsraten der an und f\u00fcr sich \u00a0durch Narbenbildung -stenose\/-verschluss gef\u00e4hrdeten veno-ven\u00f6sen Anastomosen fehlen bislang (26 ).\u00a0 Indirekte Druckentlastungen k\u00f6nnen Fallberichten zufolge \u00a0durch Implantation der meistens retrograd durchstr\u00f6mten , erweiterten Gonadalvenen in die gleichseitige V. iliaca ext.\/-com. oder in die untere Hohlvene in offener oder auch laparoskopischer Technik erreicht werden ( 27 ). Es handelt sich um Einzelf\u00e4lle ohne sonstige Kompressionen, gute Fr\u00fchergebnisse wurden berichtet. An der intraven\u00f6sen Stenteinbringung erscheint uns die Traumatisierung des Endothels nachteilig (<a href=\"https:\/\/scholbach.de\/risks-of-stents-in-venous-compression-syndromes\">https:\/\/scholbach.de\/risks-of-stents-in-venous-compression-syndromes<\/a>). ( Abb.\u00a0 4a)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4a-under-false-flag.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6502\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4a-under-false-flag.jpg\" alt=\"\" width=\"431\" height=\"447\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4a-under-false-flag.jpg 431w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4a-under-false-flag-289x300.jpg 289w\" sizes=\"auto, (max-width: 431px) 100vw, 431px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abb 4a:\u00a0 Zustand nach intraven\u00f6sem Stent bei einer 30 j\u00e4hrigen Pat mit Nussknacker Syndrom. Der Stent hatte mit seinen H\u00e4kchen nicht nur die v.renalis sondern auch die re. Cavawand durchbohrt. Das benachbarte Duodenum d\u00fcrfte auf Dauer gef\u00e4hrdet sein. Die Entfernung des Stents\u00a0 d\u00fcrfte ein vitales Risiko bedeuten.<\/p>\n<p>Oft entsteht ein von uns so genanntes Vorhangph\u00e4nomen als Str\u00f6mungshindernis (<a href=\"https:\/\/scholbach.de\/english-curtain-effect-of-venous-stents\">https:\/\/scholbach.de\/english-curtain-effect-of-venous-stents<\/a>) oder bei zwei Stent-Platzierung eine kissing-Stent Stenose. (Abb. 4b,c,d,e )<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4b-under-false-flag.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6503\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4b-under-false-flag.jpg\" alt=\"\" width=\"423\" height=\"526\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4b-under-false-flag.jpg 423w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4b-under-false-flag-241x300.jpg 241w\" sizes=\"auto, (max-width: 423px) 100vw, 423px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abb 4b: Situs einer 33 Pat. mit zwei Stents in der li Nierenvene.Dadurch ist eine Stenose\u00a0 \u00fcber ein &#8220; Vorhangph\u00e4nomen &#8222;entstanden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4c-under-false-flag.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6504\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4c-under-false-flag.jpg\" alt=\"\" width=\"417\" height=\"534\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4c-under-false-flag.jpg 417w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4c-under-false-flag-234x300.jpg 234w\" sizes=\"auto, (max-width: 417px) 100vw, 417px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abb 4c: Dieselbe Patientin wie in 4b. Zustand nach partieller Resektion der Stents und Interposition von ringverst\u00e4rkter PTFE Prothese<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4d-under-false-flag.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6505\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4d-under-false-flag.jpg\" alt=\"\" width=\"417\" height=\"564\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4d-under-false-flag.jpg 417w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4d-under-false-flag-222x300.jpg 222w\" sizes=\"auto, (max-width: 417px) 100vw, 417px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abb 4d: Situs derselben Patientin wie in Abb 4b und 4c.\u00a0&#8211; beachte der Stent penetriert die gegen\u00fcberliegende\u00a0 Cavawand<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4e-under-false-flag.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6506\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4e-under-false-flag.jpg\" alt=\"\" width=\"1027\" height=\"1369\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4e-under-false-flag.jpg 1027w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4e-under-false-flag-225x300.jpg 225w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4e-under-false-flag-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1027px) 100vw, 1027px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abb 4e: Typische Stenose der li Nierenvene an der M\u00fcndung zur vena cava inf. mit Dialation durch Aufstau bei stenosierender\u00a0\u00a0 stegartiger fibr\u00f6ser intraven\u00f6ser Struktur<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4f-under-false-flag.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6512\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4f-under-false-flag.jpg\" alt=\"\" width=\"1031\" height=\"686\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4f-under-false-flag.jpg 1031w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4f-under-false-flag-300x200.jpg 300w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4f-under-false-flag-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4f-under-false-flag-768x511.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1031px) 100vw, 1031px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abb 4f &#8211; gleicher Situs wie in Abb 4e: Zur deltaf\u00f6rmigen Erweiterung der Nierenvene wird caudal eine Venenpatch eingen\u00e4ht, welcher gleichzeitig das Ostium distal der Enge zwischen Aorta und a.mes.sup. verlagert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4g-under-false-flag.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6513\" src=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4g-under-false-flag.jpg\" alt=\"\" width=\"1015\" height=\"1353\" srcset=\"https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4g-under-false-flag.jpg 1015w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4g-under-false-flag-225x300.jpg 225w, https:\/\/scholbach.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/4g-under-false-flag-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1015px) 100vw, 1015px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abb. 4g:\u00a0Op-Situs einer 28 j\u00e4hrigen Pat. mit ausgepr\u00e4gtem Nussknacker-Syndrom und ausgepr\u00e4gtem hypermobilem EHLERS-DANLOS Syndrom.. Der extraven\u00f6se Stent ist zwischen V.cava inf. und v.suprarenalis positioniert. Um eine Stenosierung der Vene durch Blut und Sekret zu vermeiden, ist eine Redondrainage eingelegt. Die Prothese wird an der A.mes.sup und an der Aorta ebenso wie an der v.cava inf und an der Nierenvene selbst befestigt<\/p>\n<p>Die eingreifendste Therapie des Nussknackersyndroms ist die Autotransplantation (28) der li. Niere ins kleine Becken. Wir sahen und behandelten drei Patienten nach Nieren-Autotransplantation in den USA, welche nachfolgend iliacal ven\u00f6s gestentet worden waren, weil das zus\u00e4tzlich einstr\u00f6mende Nierenvenenblut ein prim\u00e4res MAY-Thurner Syndrom massiv verst\u00e4rkte.<\/p>\n<p>Unser bevorzugtes Therapieprinzip ist die Erweiterung der M\u00fcndung der Nierenvene in V. cava inf. (Abb. 4 f,g)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei hypermobilem EHLERS-DANLOS Syndrom, welches in 65% der F\u00e4lle als zu Grunde liegende \u00a0\u00c4tiologie von uns entdeckt wurde (29) ist unser \u00a0bevorzugtes Therapieprinzip die externe, stark modifizierte Stentimplantation\u00a0 nach BARNES (30).\u00a0 Der Vorteil dieses Verfahrens ist die Schonung des Endothels, die Erhaltung \u00a0der Anatomie und die Spreizung des aorto-mesenterialen Winkels, wovon Pat. auch mit wenig ausgepr\u00e4gtem WILKIE (SMAS-)-Syndrom profitieren. ( Abb. 4h ) )Nachteil ist die Notwendigkeit zur Befestigung dieser, mit besonderer Naht,\u00a0 rekonstruierten \u201eH\u00fclse\u201c an einer stabilen Umgebung, denn die Nierenvene weist selbst keine Stabilit\u00e4t auf. Die Erfolgsrate liegt bei 95%.<\/p>\n<p>In unserem Krankengut wiesen 20% der Patienten vier Kompressionssyndrome auf und waren entweder schon ausw\u00e4rts \u201ean\u201c-operiert oder wurden diesbez\u00fcglich von uns behandelt. H\u00e4ufig liegt ein hypermobiles EHLERS-DANLOS Syndrom zugrunde (29 ).<\/p>\n<h2><\/h2>\n<h2>Interessenkonflikt<\/h2>\n<p>Prof. Thomas Scholbach hat gemeinsam mit seinem Sohn, PD Dr. rer. nat. Jakob Scholbach die PixelFlux Software und das Verfahren der Parenchymperfusionsmessung entwickelt. Er ist beratend f\u00fcr die Firma Chameleon- Software t\u00e4tig, die PixelFlux entwickelt und vertreibt. Prof. Wilhelm Sandmann hat keinen Interessenkonflikt<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li>Hegazy AA, Hegazy RA<strong>. <\/strong>Midsagittal anatomy of lumbar lordosis in adult egyptians: MRI study. Anat Res Int. 2014;2014:370852.<\/li>\n<li>Abrisham SMJ, Ardekani MRS, Mzarch MAB<strong>. <\/strong>Evaluation of the Normal Range of Thoracic Kyphosis and Lumbar Lordosis Angles Using EOS Imaging. Maedica (Bucur). 2020;15(1):87-91.<\/li>\n<li>Arshad R, Pan F, Reitmaier S, Schmidt H<strong>. <\/strong>Effect of age and sex on lumbar lordosis and the range of motion. 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