Wilkie-Syndrom / Arteria-mesenterica-superior-Syndrom

Anatomie AMS

Im Winkel zwischen Aorta und oberer Darmarterie (Arteria mesenterica superior) zieht die linke Nierenvene nach rechts (s. Nussknackersyndrom) und der Zwölffingerdarm (Duodenum) nach links. Ist dieser Winkel sehr eng, kann das Duodenum von den beiden Arterien so zusammengedrückt werden, dass die Nahrung unmittelbar, nachdem sie den Magen verlassen hat, vor der Gefässklemme stockt und nur unter Schmerzen, ruckweise oder bei bestimmten Körperhaltungen weiter transportiert werden kann.
Die Betroffenen empfinden etwa eine Viertelstunde nach dem Beginn der Nahrungsaufnahme starke Oberbauchschmerzen, die sie zu breiiger Kost und kleinen Nahrungsmengen übergehen lassen. Der rechte Oberbauch bläht sich unter dem Rippenbogen auf, es kommt zu zunehmenden Oberbauchschmerzen, zu Aufstoßen und ev. sogar Erbrechen. Oft wird in Linksseitenlagerung Linderung empfunden. Bei starker Kompression wird die Abneigung gegen das Essen aus Angst vor Schmerzen so stark, dass die Patienten Gewicht verlieren.
In manchen Fällen liegt der Kompression eine Schwäche der Darmmuskulatur zugrunde, in anderen reicht die Verengung des Abgangswinkels der Darmarterie aus der Aorta allein aus, die Symptome auszulösen.

Betroffene können sich in der einer Sebsthilfegruppe austauschen.

Die Diagnose wird bei uns durch eine funktionelle Farbdopplersonografie gestellt, bei der wir auf Ihre ganz individuelle Schmerzkonstellation eingehen und nüchtern, während und nach der Nahrungsaufnahme und in verschiedenen Körperhaltungen den Transport der Nahrung detailliert beobachten und mit Ihren Symptomen abgleichen. So lässt sich nicht-invasiv und röntgenstrahlungsfrei die Diagnose in einer Untersuchung stellen.

Andere Gefäßkompressionssyndrome begleiten häufig das Wilkie-Syndrom und werden ebenfalls durch eine ausführliche, subtile Untersuchung in der gleichen Sitzung diagnostiziert. Dies ist entscheidend, da sich die Beschwerden aller Gefäßkopmressionssyndrome überlagern und nur nach einer quantitativen Untersuchung der Perfusion der betroffenen Gefäße ein abgestufter Behandlungsplan erstellt werden kann.

Das folgende Video zeigt die Stauung des Duodenums bei einem Patienten, der nichts gegessen hat, bei dem der Zwölffingerdarm also leer ist:

Das folgende Ultraschallvideo zeigt den Nahrungsstau im Zwölffingerdarm (Duodenum) nach dem Essen:

Das letzte Video schließlich zeigt wie sich das Duodenum gegen den Widerstand entleert:

 

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