Bornavirusinfektion

Die Bornavirusinfektion führt bei zahlreichen Säugetieren (Pferde, Katzen, …), Vögeln und auch beim Menschen zu verschiedenartigen Krankheitserscheinungen. Mit der Entwicklung neuer Virusnachweismethoden durch Frau PD Dr. Liv Bode am Robert-Koch-Institut ist es uns in gemeinsamen Untersuchungen an Kindern und Erwachsenen gelungen, genauere Vorstellungen von der Häufigkeit und den alterstypischen Krankheitssymptomen zu gewinnen. Während bei Kindern Ess- und Schluckstörungen und im späteren Alter Gang- und Konzentrationsstörungen zu beobachten waren, klagen erwachsene Patienten oft über psychische Beschwerden, meist Depressionen. Das Bornavirus wird sehr häufig im frühen Kindesalter erstmals nachgewiesen und dann vom normalen Immunsystem unterdrückt. Die allermeisten Kinder bleiben daher symptomfrei. Ähnlich wie das Windpockenvirus verbleibt das Bornavirus aber in Nervenzellen und kann reaktiviert werden. Dann kann man mit den modernen Testverfahren die Virusvermehrung nachweisen. Sollte die Virusreplikation nicht vom Immunsystem unterdrückt werden, kann es bei chronischem Verlauf zu den erwähnten Krankheitserscheinungen kommen. Sind andere Erkrankungen ausgeschlossen worden und ist der Leidensdruck sehr hoch, kann bei anhaltender Virusaktivität eine Therapie angeraten sein, die die Virusvermehrung unterbindet.

Lokalisationen des Bornavirus

Der Hippocampus des menschlichen Gehirns ist wegen seiner Ähnlichkeit nach dem Seepferdchen (lat. Hippocampus) benannt. Die Amygdala, der Mandelkern, ist Sitz von Emotionen und Motivation:

HippocampusBildquelle: modifiziert nach Prof. Seress in http://en.wikipedia.org/wiki/Hippocampus

Die folgende Abbildung zeigt die Lage des Hippocampus und der Amygdala im Gehirn. Hier manifestiert sich oft die Bornavirusinfektion:

Hippocampus Bildquelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Hippocampus

Das Kleinhirn (rot), verantwortlich für die Bewegungskoordination und die Körperbalance, ist eine weitere Lokalisation der Bornavirusinfektion:

Cerebellum_animation_small Bildquelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Cerebellum

Literatur

Zum Download

Weiterführende Literatur